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 Betreff des Beitrags: Grundig Musikgerät 98As
BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2013, 18:19 
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Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
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Wohnort: 67304 Eisenberg/Pfalz
heute möchte ich ein wenig von einem Reparatur-Projekt erzählen, das ich einmal erlebt habe.
Also es ging um den 98As von Grundig dieser hatte folgende Mängel: Skalenzeiger hängt, lässt sich nicht aus schalten, quietscht bei bestimmten Lautstärken-Einstellungen, und bei AM-Empfang ist ein Bereich der bei der Frequenzwahl ruschelt.

Erst mal zu den einfachen Dingen, dem Senderwahlregler. Dieser war komplett fest, und das Skalenseil hing falsch aufgewickelt schief herum.
Skalenseil ab gewickelt und den Drehkondensator mittels WD24125 und sanftem hin und her wieder gelöst. Skalenseil neu aufgewickelt, fertig.

Beim Ausschalter, ein einpoliger Knebelschalter der mit einer Schlittenmechanik hin und her geschoben wird mit WD534561 behandelt, und eine neue Feder eingesetzt, fertig.

AM-Empfang der ruschelt, Plattenschluss an der äußere Platte am Drehkondensator, gerichtet fertig.

So jetzt kommen wir zu dem Teil, an dem ich trotz Klimaanlage in der Werkstatt ganz schön ins schwitzen gekommen bin.
Das Radio fängt ab einer bestimmten Lautstärkestellung an zu pfeifen, pro Durchgang 3 Stellen. An dem Radio hat schon jemand etwas unprofessionell versucht, die Erdeanschlussbuchse gleich mit dem 3 poligen Zuleitungskabel mit zu schleifen. Okay Ideen muss man halt haben :lol: wird natürlich wieder beseitigt.
Was aber in aller Welt ist dieses sche... Gepfeife? UKW und Mittelwelle laufen hervorragend, und die Abstimmungen stimmen perfekt. Das Empfangsteil ist also in bester Ordnung. Auf TA das gleiche Gepfeife in grün, also kann es nur der Verstärkerteil des Radios sein.
Röhren mit dem RPG überprüft, sind alle in besten Zustand. Okay also dann mal den Koppelkondensator C25 10nF zum Triodensystem der ECL86 austauschen. Das Ergebnis war null quietscht immer noch. Mancher wird sich fragen, warum ich den Kondensator ersetze? Ganz einfach wenn ich den alten zum Messen einseitig auslöte, dann kann ich auch gleich einen neuen ein löten.
Und ja ich habe zuvor alle Spannungen gemessen, die im Schaltplan eingetragen sind (eigentlich nicht erwähnenswert, da dieses ja vorausgesetzt ist). Da muss ich Grundig mal loben, der Plan ist sehr übersichtlich und mit vielen Messpunkten gekennzeichnet, sogar die Röhrenmesspunkte sind mit Strom und Spannungsangaben gekennzeichnet. Auch die Abgleich-Anleitung erste Sahne, sehr gut verständlich.
Na gut dann schmeiße ich halt noch den C27 50µF Elektrolytkondensator raus mir war gerade mal so danach :lol:
Es folgt jetzt eine halbe Stunde lang, alle Lötpunkte auf der Platine nach löten, und alle Verbindungsleitung neu an löten.
Das Pfeifen ist noch da :shock: irgend wo muss sich doch der blöde Schwingkreis bilden. Mönsch Meier, die Röhren waren ja laut RPG alle bestens. Eine ECL86 habe ich nicht im Lager um mal einfach zu probieren, also was nun?
Mit einem isolierten Schlitzschraubendreher habe ich nun alle Bauteile abgetastet ob sich wegen der veränderten Kapazität irgend was verändert. Und siehe da, jedes mal wenn ich af den ausgetauschten Koppelkondensator C25 gehe ist das Pfeifen weg.
Okay da wende ich mal Trick 17 an und wickele Litze spulen förmig um den Kondensator um das anschließend auf einen Massepunkt zu löten.
Nix, das Pfeifen ist jetzt zwar etwas leiser aber immer noch relativ laut da. Also wieder weg mit meiner Konstruktion, gut man hätte das auch so lassen können, so war es dann halt ein abgeschirmter Kondensator.
Mein Blick fiel jetzt auf die EAF 801, nun die hat ja ein schönes Blechkleidchen um die Röhre wegen der Abschirmung zum Drehkondensator hin und umgekehrt.
Sollte ich mal der ECL86 auch probeweise so etwas verpassen? Bingo, die blöde ECL86 war das, die von irgend wo eine Einkopplung bekommt, oder selbst zu schwingen anfängt. Lautsprecher kann es nicht sein da abgeklemmt und an einen anderen vom Messplatz angeklemmt.
EGAL meine Geduld war eh ein wenig strapaziert von der langen Sucherei. Nun hat sie ein Kleidchen und das Radio spielt wie am ersten Tag.
Am Gehäuse befindet sich noch ein Aufkleber, der da natürlich nicht hin gehört. Klar der muss ab, das gehört aber wieder zu der Gehäusekunst die ich nicht beherrsche :lol:
Alles gereinigt, teilweise mit dem Ultraschallbad. Nun sieht das Radio wieder aus wie neu, und wenn der blöde Aufkleber endlich weg ist, wird es wieder in das Gehäuse eingebaut.

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So sah das Gehäuse nach der Behandlung aus
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Und hier das Radio im fertigen Zustand
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Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
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