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 Betreff des Beitrags: Trenntrafo
BeitragVerfasst: Sa 4. Jan 2014, 10:49 
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Registriert: Fr 3. Jan 2014, 07:11
Beiträge: 3
Hallo zusammen und herzlichen Glückwunsch zum Forum dieser Art!

Kurze Vorstellung: Mein Standort ist Bonn und ich befasse mich seit ca. 1957 mit der Radiotechnik.
Daran kann man ungefähr sehen, was ich für ein alter Knochen bin. Die Radiotechnik war aber nie mein Beruf, sondern immer schon mein Hobby.

Ja, alte Radios oder Fernseher zu restaurieren ist nicht ungefährlich, besonders wenn man nicht weiß, ob eine 100%tige Netztrennung vorhanden ist. Also bei Messungen am laufenden Gerät eine Hand in der Hosentasche. Ein Besuch auf der Intensiv-Station wegen Herzkammerflimmern ist alles andere als lustig.

Es gibt aber auch Trenntrafos.
Als Notnagel verwende ich zwei große 150 VA Trafos von Halogen-Lampen:
Diese habe ich beim Trödler aus Haushaltsauflösungen für ganz kleines Geld erstanden.
Ein Trafo ist primär ganz normal über eine Sicherung an der 230V Steckdose und am sekundären 12V Ausgang hängt der zweite mit seinem eigentlichen sekundären 12V Ausgang, der nun der primäre Eingang ist.
An dem Ausgang messe ich natürlich keine 230 V mehr, weil die Trafos ihre Verluste haben.

Große Röhrenbergwerke kann man damit natürlich nicht betreiben, weil dann der Innenwiderstand der Konstruktion doch zu groß ist. Und kleinere Trafos sind auch weniger geeignet, denn die sind in meinen Versuchen bereits im Leerlauf sehr warm geworden.

Eigentlich wollte ich damit Störungen aus dem Hausstromnetz verringern, das hat aber leider noch nicht den gewünschten Erfolg gebracht.

Hat jemand Erfahrungen oder Sicherheitsbedenken?

Beste Grüße
Radiosammler


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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: Sa 4. Jan 2014, 19:57 
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Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 485
Wohnort: 67269 Grünstadt/Pfalz
Hallo radiosammler,
erst mal willkommen im Technikforum. Nun es kommt darauf an um was für Transformatoren es sich handelt. Mit Spartransformatoren funktioniert das nicht, da immer ein Potenzial besteht. Von Eigenbauten von ungeprüften Sicherheitseinrichtungen halte ich nichts. Es sind nur Transformatoren mit getrennten Wickelkammern primär/sekundär zugelassen. So ist ein Trenntransformator eine Sicherheitseinrichtung der ich zu 100% vertrauen muss. Stelltrenntransformatoren gibt es gebraucht ab 100€ in den bekannten Auktionshäusern. Ich betreibe meine Werkstatt ja gewerblich und habe den Trennstelltrafo sehr oft im Betrieb. Die Anschaffung des Thalheimer LTS606 schlug mit 750€ schon ein wenig auf das Budget. Allerdings kann ich mich dann zu 100% drauf verlassen das er das macht was von ihm verlangt wird.
Ein Freischein für völlig gefahrloses Arbeiten ist das wie du selbst schon angemerkt hast (eine Hand in die Hosentasche) nicht. Auch mit einer Hand kann ich an Spannungspotenzial kommen. Auf jeden Fall empfehle ich einen Hausfehlerstromschutzschalter der für wenig Geld zu haben ist. Kleiner Nebeneffekt, die ganze Familie ist gegen evtl. Stromunfälle geschützt.
Gegen Störungen im Hausnetz gibt es spezielle Filter. Wie machen sich die Störungen bemerkbar?


Dateianhänge:
LTS606-1.jpg
LTS606-1.jpg [ 40.9 KiB | 10274 mal betrachtet ]
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Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: So 5. Jan 2014, 06:19 
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Registriert: Fr 3. Jan 2014, 07:11
Beiträge: 3
Gery hat geschrieben:
... Nun es kommt darauf an um was für Transformatoren es sich handelt. Mit Spartransformatoren funktioniert das nicht, da immer ein Potenzial besteht...

Die Art von Trafos, wie ich sie beschrieben habe, sind für nicht-berührungssichere Halogen-Lampen-Anlagen gedacht, also solche Anlagen, bei denen mit blanken Drähten die 12V zu den Halogen-Lampen geführt werden.
Diese sind natürlich mit getrennten Wicklungen konstruiert.
Wenn das alleine nicht Sicher wäre, dann dürfte es auch keine elektrische Kinder-Eisenbahn geben. ;)

Das hintereinander schalten von Trafos zur Erzeugung von höherer Spannung hatte übrigens schon Elektor bei einem Bausatz für ein Röhren-Audion verwendet. Der erste Trafo lieferte die Heizspannung und ein zweiter Trafo war ebenfalls an dem 12V Ausgang angeschlossen und lieferte am 220V Ausgang die benötigte höhere Spannung zur Erzeugung der Anodenspannung. Das ist eine schlaue Lösung für Eigenkonstruktionen, da Trafos mit einem zusätzlichen Ausgang für die netzgetrennte Anodenspannung mitlerweile rar sind.

Der Hinweis auf ein Fehlerstromschutzschalter war richtig und wichtig und sollte natürlich zumindest am Labortisch nicht fehlen.
Einen Freischein für Arbeiten mit oder an Geräten, die mit höherer Spannung arbeiten, kann man nie geben.
Sonst müsste man sich mit seinen Hobby-Aktivitäten von diesem Thema verabschieden und sich besser auf eine Briefmarkensammlung konzentrieren. :(

Beste Grüße
der Radiosammler


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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: So 5. Jan 2014, 08:29 
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Administrator
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Registriert: Mo 26. Aug 2013, 16:26
Beiträge: 485
Wohnort: 67269 Grünstadt/Pfalz
radiosammler hat geschrieben:
Hat jemand Erfahrungen oder Sicherheitsbedenken?


Guten Morgen,
meine Antwort bezog sich auf deine oben genannte Frage. Als Elektromaschinenbauer habe ich Erfahrungen und auch Sicherheitsbedenken mit selbst konstruierten ungeprüften Sicherheitseinrichtungen.
Darauf muss ich hier einfach hinweisen. Für Trenntransformatoren gibt ganz klare Vorschriften die eingehalten werden müssen.
IEC / EN 61558-2-4:2009; Besondere Anforderungen und Prüfungen an Trenntransformatoren und Netzgeräte, die Trenntransformatoren enthalten
Weitere Informationen KLICK
radiosammler hat geschrieben:
Sonst müsste man sich mit seinen Hobby-Aktivitäten von diesem Thema verabschieden und sich besser auf eine Briefmarkensammlung konzentrieren. :(

Was wäre das Hobby ohne Basteln, das ist richtig. Basteln an hohen Spannungen gehört zur Röhrentechnik einfach dazu. Man sollte allerdings dabei die Sicherheit nicht vernachlässigen. Was jetzt jeder letzt endlich in seinem Kämmerlein veranstaltet, dafür ist der Hobbyist selbst verantwortlich.
radiosammler hat geschrieben:
Das hintereinander schalten von Trafos zur Erzeugung von höherer Spannung hatte übrigens schon Elektor bei einem Bausatz für ein Röhren-Audion verwendet. Der erste Trafo lieferte die Heizspannung und ein zweiter Trafo war ebenfalls an dem 12V Ausgang angeschlossen und lieferte am 220V Ausgang die benötigte höhere Spannung zur Erzeugung der Anodenspannung. Das ist eine schlaue Lösung für Eigenkonstruktionen, da Trafos mit einem zusätzlichen Ausgang für die netzgetrennte Anodenspannung mitlerweile rar sind.

Es gibt jede menge Bezugsquellen für Netztransformatoren mit Heizspannungsabgriff für die Röhrentechnik. Wo würden sonst die ganzen Trafos für die neuen Röhrenamps herkommen.
Hier ein Beispiel von einer der vielen Firmen, die so viel davon haben das sie verkaufen müssen KLICK
Die Suchmaschine führt zu unzählig vielen anderen Netztransformatorenanbietern für die Röhrentechnik.

Allen einen schönen Sonntag

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Viele Grüße aus der Pfalz
Gery
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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: So 5. Jan 2014, 12:40 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Zitat:
Ja, alte Radios oder Fernseher zu restaurieren ist nicht ungefährlich, besonders wenn man nicht weiß, ob eine 100%tige Netztrennung vorhanden ist. Also bei Messungen am laufenden Gerät eine Hand in der Hosentasche. Ein Besuch auf der Intensiv-Station wegen Herzkammerflimmern ist alles andere als lustig.

Das mit der Hand in der Hosentasche... habe ich früher in der Werkstatt gemacht, aber nur beim Messen in S/W- und Farbfernsehern. Bei Röhrenradios... ich kenne keinen, der dies je gemacht hätte.

Man weiß nicht, ob die Netztrennung ok ist- darum ist ein Trenntrafo schon wichtig.

Die manchmal empfohlene Vorschalt- Glühlampe ist ein Notnagel, der schon mache Leute bei der Fehlersuche zur Verzweiflung brachte, weil eine Spannungsquelle mit hohem Innenwiderstand die Spannungen im angeschlossenen Gerät "beim leisesten Windzug" zusammenbrechen läßt- das täuscht Fehler vor, die nicht da sind.

Die besondere Empfehlung ist ein Trennstelltrafo mit Spannungs- und Strom- Anzeige, der beim Hochfahren der Spannung gleich die Stromaufnahme überwacht, und wenn es ein Modell ist, welches den Strom einigermaßen begrenzt, ist auch die Gefahr der Teilezerstörung mit hohem Schaden geringer.

Ich verwende einen Trennstelltrafo mit max. 1,5 A Ausgangsstrom, der reicht aus, das größte Gerät, welches ich gelegentlich bei Reparaturen dran habe, ist ein Meßgerät, ein Röhrengrab- Heizkraftwerk mit 300 W Leistungsaufnahme, das kann ich gerade noch betreiben.

Trenstelltrafos sind bei Ebay oft günstig zu bekommen- aber Achtung, es werden von Laien Geräte falsch deklariert- es muß ein Trafo mit Netztrennung sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: So 5. Jan 2014, 13:45 
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Registriert: Fr 3. Jan 2014, 07:11
Beiträge: 3
Gery hat geschrieben:
... Darauf muss ich hier einfach hinweisen. Für Trenntransformatoren gibt ganz klare Vorschriften die eingehalten werden müssen. ... Was wäre das Hobby ohne Basteln, das ist richtig. Basteln an hohen Spannungen gehört zur Röhrentechnik einfach dazu. Man sollte allerdings dabei die Sicherheit nicht vernachlässigen. Was jetzt jeder letzt endlich in seinem Kämmerlein veranstaltet, dafür ist der Hobbyist selbst verantwortlich. ...

Das hat bestmmt jeder verstanden und als Antwort gereicht.

Sind denn hier Vorstellungen von Eigenkonstruktionen nicht erwünscht? Die meisten Trafos hinter dem vorgeschlagenen Link sind doch für ein kleines Audiönchen zum Testen etwas überdimensioniert. Da ist doch die Elektor-Methode nicht die schlechteste Idee.

Beste Grüße
der Radiosammler


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 Betreff des Beitrags: Re: Trenntrafo
BeitragVerfasst: So 5. Jan 2014, 17:01 
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Registriert: Di 31. Dez 2013, 22:58
Beiträge: 59
Wohnort: Mecklenburg- Vorpommern
Zitat:
Sind denn hier Vorstellungen von Eigenkonstruktionen nicht erwünscht?

Ich kann nirgends herauslesen, daß die Vorstellung Ihrer Konstruktion unerwünscht ist.
Gegen die "doppelte Trafoübersetzung" kann man nichts sagen, es funktioniert, mit den beschriebenen Verlusten, und...: bei 2 Trafos eigentlich mit doppelter Sicherheit.

Übrigens gibt es die "doppelte Trafoübersetzung" in alltäglichen, technischen Anwendungen.
Kleine Aufgabe: In welchen ?


Zitat:
Die meisten Trafos hinter dem vorgeschlagenen Link sind doch für ein kleines Audiönchen zum Testen etwas überdimensioniert.

Ja, ok.

Zitat:
Ja, alte Radios oder Fernseher zu restaurieren ist nicht ungefährlich, besonders wenn man nicht weiß, ob eine 100%tige Netztrennung vorhanden ist....

Steht auch im Eröffnungsbeitrag. Das ist aber was anderes, als ein Audiönchen anzuheizen. Ich interpretiere das so, daß Sie gelegentlich auch an Radios oder Fernseher gehen.
Wenn man reparieren oder restaurieren möchte, ist gutes Werkzeug eine Empfehlung.
Und diese gab es hier.

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